Physiotherapie

 1. Was versteht man unter Physiotherapie?

Physiotherapie ist die gezielte Behandlung gestörter physiologischer Funktionen des menschlichen Bewegungssystems. Physiotherapie nutzt physiologische Anpassungsmechanismen im Körper, um Wirkungen zu erzielen. In der Physiotherapie geht es seit nahezu 100 Jahren um Behandlung.
Als natürliches Heilverfahren nutzt Physiotherapie
• passive, durch äußere Kräfte, z.B. den Physiotherapeuten, geführte Bewegung und
• aktive, selbständig ausgeführte Bewegung des Menschen zur Gesunderhaltung bzw. zur Wiederherstellung und Rehabilitation von Funktionsstörungen des Bewegungssystems
Damit ist die Physiotherapie eine Alternative oder sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen und operativen Therapie.

Physiotherapie wirkt als Therapie immer über einen ganzheitlichen Ansatz. Auf der Grundlage der ärztlichen Diagnose werden Therapieziele zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung von Funktionsstörungen und Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus angestrebt.

Als übergeordnetes Ziel sollen die Patienten jedes Lebensalters durch die Therapie Fähigkeiten erlangen, die sie in ihrer persönlichen Lebenssituation für die Bewältigung von Alltag, Beruf und Freizeit benötigen.
2. Wann wird die Physiotherapie verordnet?
Anwendungsgebiete nach medizinischen Fachbereichen:
Physiotherapie bei Unfallchirurgie und Orthopädie:
Nachbehandlung bei:
• Frakuren (Knochenbruch)
• Umstellungsoperationen (Osteotomie)
• Gelenkersatz durch Kunstgelenke (Endoprothesen)
• Gelenkoperationen (z.B. Arthroskopie)
• Bänder-, Sehnen- und Muskelrisse
• Entzündliche Gelenkerkrankungen (z.B. Rheuma)
• Gelenkverschleiß (Arthrose)
• und vieles mehr
Physiotherapie auf dem Gebiet der Neurologie:
• Schlaganfall
• Parkinson
• Multiple Sklerose
• Querschnittslähmung
• Lähmungen im Bereich des peripheren Nerves z.B. durch Nervenkompression oder Nervenverletzung
• Schädelhirntrauma

 

Physiotherapie bei Erkrankungen der inneren Organe:
• Erkrankungen der Atmungsorgane (z.B. Asthma, Mukoviszidose, nach operativen Thoraxeingriffen)
• Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (z.B. arterielle und venöse Gefäßerkrankungen, Lymphödem)
• Erkrankungen der Nieren-, Harn- und Geschlechtsorgane (z.B. Harninkontinenz).